Eine warme Mahlzeit an Ostern für Obdach- und Arbeitslose

Veröffentlicht am 04.04.2013 in Presseecho

Eine Freude erfahren: Aufbaugilde, Nikolaikirche und Rainer Hinderer luden zum gemeinsamen Osteressen ein.

Direkt nach dem Gottesdienst am Ostersonntag fangen viele fleißige Hände damit an, die Tische in der Heilbronner Nikolaikirche zu decken. Kleine Osterhasen, Apfelschorle- und Mineralwasserflaschen Sowie bunte Blumendekorationen werden schön drapiert. Eine der freiwilligen Helfer ist Ulrike Stuber aus Heilbronn. „Ich bin schon lange in der Kirchenarbeit engagiert. Da wächst man einfach rein. Mir macht es Spaß und für mich ist es selbstverständlich, anderen zu helfen.“ Die Idee, an Ostern ein gemeinsames Essen für Bedürftige zu veranstalten, geht auf die Aufbaugilde Heilbronn-Franken, die Nikolaikirche, die Lions Franken und den SPDLandtagsabgeordneten Rainer Hinderer zurück.

„Die Sonntagssuppe im Gildetreff wurde von Oktober bis März von den Lions übernommen. Wir wollten am 31. März sowieso ein Abschlussessen veranstalten. Durch die Initiative der Nikolaikirche und Rainer Hinderer wurde jetzt das Osteressen daraus“, erklärt Gabriele Weber, Leiterin Tagesstätte Gildetreff. „Armut gibt es auch in Heilbronn. Sie ist nicht so weithin sichtbar, weil sich die Betroffenen dafür schämen.“ Hinderer engagiert sich beim Osteressen aus zweierlei Gründen. „Mir ist es wichtig, die kirchlichen Feste und Feiertage für die Menschen zugänglich zu machen, die sonst nicht so mit der Kirche in Berührung kommen.“ Weiterhin habe die SPD-Fraktion eine Kampagne gegen die Armut eröffnet. „Mit dem Osteressen kann ich mein politisches und kirchliches Engagement perfekt verbinden.“
Für Ulrich Koring, Pfarrer der Nikolaikirche, ist das Osteressen praktizierte christliche Nächstenliebe. „Zu Ostern Menschen einzuladen, die durch die Speise und das Zusammensein eine Freude erfahren, ist Kernpunkt unseres christlichen Glaubens.“ Und einen Querverweis auf die Heilige Schrift hat er auch parat. „Die Ostergeschichten in der Bibel sind immer mit einer Mahlzeit verbunden.“ Einer der ersten Gäste, die die Nikolaikirche aufsuchen, ist Patricia aus Heilbronn. „Das Essen schmeckt hier immer super.

Viele der Leute, die heute kommen, kenne ich selbst noch von meiner Zeit auf derStraße. Man hegt und pflegt die Kontakte.“ Eineinhalb Jahre war sie obdachlos. Sie rutschte aus der geordneten Gesellschaft ab, als sie von ihrer MSErkrankung erfahren hatte.„Gott sei Dank habe ich ins normale Leben zurückgefunden. Seit Oktober 2011 habe ich wieder eine Wohnung. Das ist der wichtigste Schritt, um sich wieder einzugliedern.“

Bericht/Foto von MARC THORWARTL, Echo am Mittwoch (03.04.13)