Neue Wege in der Pflege - Rainer Hinderer im Pflegeheim Haus zum Fels

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Vor der Veranstaltung wurden unserer Landtagsabgeordneter Rainer Hinderer sowie Mitglieder der Fleiner SPD zu einer Führung durch das Haus zum Fels von der Heimleiterin Frau Junker begrüßt. Diese betonte, dass ihr das familiäre Zusammenleben im Heim sehr am Herzen liegt. Beispielsweise werden individuelle Pflege groß geschrieben und persönliche Essenswünsche berücksichtigt. Es gibt regelmäßig Feste im Jahreslauf sowie ein reichhaltiges kulturelles Angebot, wie z.B. monatlich ein Literaturkreis. All dies gelingt, weil die 56 Heimbewohner, die alle im Einzelzimmer untergebracht sind, von 50 angestellten und 40 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern betreut werden. Das gute Klima im Haus wird zudem durch ein Fest und einen Ausflug nur für die Ehrenamtlichen gefördert.

 

Nach der Hausführung referierte Rainer Hinderer, gesundheits- und sozialpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, zum Thema „Neue Wege in der Pflege“, vor einem interessierten Publikum. Darunter waren einige Heimleiter sowie Pflegekräfte und ehrenamtliche Betreuungspersonen. Die Fachleute belebten mit ihren kritischen Anmerkungen eine abwechslungsreiche Diskussion. Unstrittig ist, dass der Pflegebedarf vor allem bei demenzerkrankten Menschen in den nächsten Jahrzehnten ansteigen wird. Das Land hat die Pflege im seit 31.5.2014 gültigen Wohn-, Teilhabe- und Pflegegesetz (WTPG), bei dem Rainer Hinderer intensiv mitwirkte, neu geregelt.

 

In seinem Referat erläuterte er die wesentlichen Eckpunkte des neuen Gesetzes. Neben der bislang verbreiteten Pflege in stationären Einrichtungen oder durch Pflegedienste in der eigenen Wohnung oder in betreuten Seniorenwohnanlagen werden ambulante Wohngemeinschaften zunehmend an Bedeutung gewinnen. Eine solche Wohngemeinschaft besteht aus maximal 12 Personen, die entweder eigenverantwortlich und selbstbestimmt ihre ambulante Pflege organisieren können oder Wohnung und Pflegedienste von einem wohlfahrtsverbandlichen oder privaten Leistungsanbieter in Anspruch nehmen. Rainer Hinderer betonte, dass mit diesen neuen Wohngemeinschaften keine Konkurrenz zu stationären Einrichtungen entsteht, da für beide Wohnformen die Kosten für die Bewohner ähnlich hoch sind. Aber in den Wohngemeinschaften kommt der Wille des Gesetzgebers zum Ausdruck, nämlich „die Selbständigkeit, die Selbstbestimmung, die Selbstverantwortung und die gleichberechtigte Teilhabe am Leben in und an der Gesellschaft sowie die Lebensqualität der Bewohner zu wahren und zu fördern.“

 

Rainer Hinderer betonte, künftig auch den Dialog zwischen den Generationen zu fördern und die Beratungsangebote zu verbessern. Eine Möglichkeit dafür sind die Pflegestützpunkte, eine Anlauf- und Informationsstelle für alle Pflegebedürftigen und deren Angehörige. In Heilbronn gibt es bislang leider nur einen, es fehlt am Geld. Dies gilt auch für den Bereich des Pflegepersonals, wie das Fachpublikum kritisierte. Zwar bemühen sich die Pflegeanbieter um Auszubildende, aber es gibt derzeit zu viele Ausbildungsabbrecher, ebenso gibt es zu viele Aussteiger aus dem Pflegeberuf. Der Grund: zwar ist die Bezahlung besser geworden aber die Arbeitsbedingungen sind mitunter schwierig: körperlich und psychisch herausfordernde Arbeit sowie Schicht- und Wochenenddienste. Alle Anwesenden waren sich einig, dass die Pflege künftig teurer wird und die Gesellschaft bereit sein muss, dafür in Form höherer Beiträge und Steuern mehr Mittel aufzubringen.

 

Termine

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19.07.2019, 19:00 Uhr Eröffnung Landeskinderturnfest

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Anmeldung im Abgeordnetenbüro unter 07131 8987173

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