„Private Krankenkassen müssen sich an Corona-Kosten beteiligen!“

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Bild: René Schilling, AOK

Rainer Hinderer plädiert für Solidarität aller Kassenarten in Krisenzeiten

 

Heilbronn, 13.8.2020. „In der Corona-Krise hat das deutsche Gesundheitssystem bislang seine Stärken bewiesen, aber auch seine Schwächen offenbart“, sagt Rainer Hinderer, gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion. Der Heilbronner Abgeordnete moniert, dass die privaten Krankenversicherungen sich bislang nicht an der Finanzierung der Kosten der Corona-Pandemie beteiligen.

 

Die gesetzlichen Krankenversicherungen zahlten derzeit die Rettungsschirme im Gesundheitswesen und übernähmen, so Rainer Hinderer „solidarisch vorbildlich Verantwortung für die Gesamtgesellschaft, das schlechte Gegenstück dazu liefern die privaten Kassen.“ Anlass für die deutliche Kritik war ein Gespräch mit Michaela Lierheimer, Geschäftsführerin der AOK Heilbronn-Franken. Auf seiner Sommertour „Auf den Spuren der Pandemie – für die Zukunft lernen“ hatte sich der Gesundheitspolitiker über das Krisenmanagement der größten gesetzlichen Krankenkasse der Region informiert.

 

Thema waren unter anderem die Kosten für die zusätzlichen Intensivbetten in den Kliniken, die Ausgleichszahlungen für Ärzte und Rehaeinrichtungen sowie für vorsorgliche Coronatests auch für Privatversicherte. Diese Ausgaben für gesamtgesellschaftliche Aufgaben tragen allein die gesetzlichen Krankenkassen. „Das ist ein ordnungspolitischer Fehler und außerdem ungerecht“, erläuterte Michaela Lierheimer.

 

Das Fazit Rainer Hinderers lautete: „Die gesetzlichen Kassen halten unseren Leistungsträgern, den Ärzten und Kliniken, finanziell und organisatorisch den Rücken frei. Sie sichern damit die Gesundheitsversorgung aller Menschen im Lande und beweisen Systemrelevanz“. Das könne man von den privaten Krankenversicherungen hingegen nicht behaupten. Sie müssten sich den Vorwurf gefallen lassen, „mit der Unterstützung von CDU-Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, auch noch Vorteile aus der Krise zu ziehen“.