Rainer Hinderer zu Gast in Emmendingen

Veröffentlicht am 16.10.2014 in Unterwegs

 

Auf Initiative der SPD-Landtagsabgeordneten Sabine Wölfle haben sich Arbeitsmarktexperten aus dem Landkreis Emmendingen zu einem Fachgespräch getroffen. Als Referent nahm der sozial- und arbeitsmarktpolitische  Sprecher  der SPD-Landtagsfraktion Rainer Hinderer aus Heilbronn teil. Die Beschäftigungsgesellschaften wurden durch Frank Dehring (Wabe) sowie Patrick Krezdorn (48° Süd) vertreten. Weitere Teilnehmer waren der Chef der Freiburger Arbeitsagentur Christian Ramm und der stellvertetende Geschäftsführer des Emmendinger Jobcenters Heinz Disch.

Beide warnten vor einem bevorstehenden Ende der positiven Arbeitsmarktentwicklung im Landkreis Emmendingen. Große Unternehmen in der Umgebung erwarten eine Kündigungswelle und die Anzahl der schwieriger zu vermittelnden Arbeitssuchenden werde deutlich zunehmen, so die Arbeitsmarktexperten. Aus diesem Grund begrüßen sie auch das neue Europäische Sozialfonds-Bundesprogramm für arbeitsmarktferne Langzeitarbeitslose. Bei den acht durch das  Landesarbeitsmarktprogramm geförderten Beschäftigten im Arbeitsamtsbezirk indes sei derzeit die Vermittlungschance in den ersten Arbeitsmarkt eher gering.

„DerArbeitsmarkt stellt immer größere Anforderungen an Bewerber. Das führt dazu, dass viele Arbeitsuchende wesentlich mehr Zeit benötigen, einen geeigneten Einstieg zu finden“, erklärte Frank Dehring. Daher sollte auch die Zuweisung von Fördergeldern verlässlicher werden, um eine Kontinuität zu schaffen und Erfolge nicht verpuffen zu lassen. Patrick Krezdorn ergänzte, dass auch soziale Aspekte bei der Vermittlung berücksichtigt werden müssten. In den Fairkauf-Einzelhandelsgeschäften beispielsweise könnten die Beschäftigten unmittelbar Erfolge erleben und auch Lob von der Kundschaft erfahren. Dies sorge für hohe Arbeitsmotivation.

Landtagsabgeordneter Rainer Hinderer berichtete über die zahlreichen Maßnahmen der Landesregierung für Langzeitarbeitslose. Mit dem Landesarbeitsmarktprogramm werde zum Beispiel der Aktiv-Passiv-Tausch erfolgreich fortgesetzt. Zudem setzt er auf eine Ausweitung der Teilzeitausbildung. „Wir haben sehr viele Frauen, vor allem junge Mütter, mit großem Potenzial. Die Teilzeitausbildung wird gebraucht, um ihnen ein angemessenes Angebot zu machen, bei dem sie Familie und Karriere verbinden können“, erklärte Hinderer.

Sabine Wölfle machte zum Schluss deutlich, dass sie mit Blick auf den Fachkräftemangel eine Arbeitsmarktöffnung für Flüchtlinge für wünschenswert hält. „Eine Landtagsanfrage hat uns jüngst wieder gezeigt, welche breiten Qualifikationen Flüchtlinge oft mitbringen. Bei uns müssen sie ihre Zeit in Sammelunterkünfte  verbringen, weil sie nicht arbeiten dürfen. So kann Integration nicht gelingen. Mit Sprachkursen und vereinfachten Bedingungen müssen wir hier dringend politisch einen anderen Weg einschlagen, hier brauchen wir den Bund und deutlich mehr Mittel“, so die Abgeordnete.